Taufe - Pfarrei und Wallfahrtsort Maria Oberdorf

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Leben und Glauben > Sakramente
 


Taufe

Das Sakrament der Taufe ist  vergleichbar mit einer Eintrittskarte in eine Ausstellung, die einem ein Leben lang begleitet. Das heilige Zeichen der Taufe besiegelt die Aufnahme eines Kindes oder eines Erwachsenen in die Gemeinschaft der Kirche. Doch Gemeinschaft der Kirche ist nicht Selbstzweck, sondern meint Gemeinschaft mit Gott, nicht nur im individuellen Sinn, sondern im tiefen Sinn der wesenhaften Verbundenheit all jener, die mit Gott in Gemeinschaft stehen.

Die Taufe ist nicht die Erfindung der (katholischen) Kirche, sondern schon Christus hat sich taufen lassen von Johannes (Mk 1,10). Der gleiche  Johannes aber betont auch den Unterschied  zwischen seiner Taufe und jener kommenden, die Christus einsetzen wird:  "Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird Euch mit Heiligem Geist taufen". (Mk 1,8) Christus schliesslich hat während seines Lebens auf Erden nicht getauft, gibt aber nach seiner Auferstehung von den Toten seinen Jüngern den Auftrag: "Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Mt 28,18).


So haben die Apostel und ihre Nachfolger die Taufe gespendet, sobald jemand zum Glauben gekommen war. So rät  der Apostel Petrus am Pfingsttag, als die Apostel begeistert von Jesu Tod und Auferstehung reden, auf die Frage der Zuhörer: "Brüder was sollen wir tun?" folgendes: "Bekehrt euch und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu taufen zur Vergebung der Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen". (Apg 2,37)

 


Das Neue Testament, besonders die Apostelgeschichte und die Briefe des Apostels Paulus berichten von vielen eindrücklichen Taufen und Bekehrungen von Menschen auf Christus hin. Damit steht fest: Getauft werden kann nur, wer den Glauben mitbringt, oder wer als Kind in eine Familie geboren wird, die den Glauben weitergeben will. An das muss man unbedingt denken, wenn jemand getauft werden soll. Taufe ist deswegen kein modisches Accessoire für die Sinnsuche oder ein Dekorelement für ein gelungenes Familienfest. Taufe meint Bekenntnis des Glaubens an Jesus Christus und zur Kirche, die seinen Auftrag weiterführt.

Viele berührende Zeugnisse aus der frühen Zeit der ersten Christen sind erhalten, die uns beredt  verkünden, dass Taufe auch eine Anfrage an unsere Lebenseinstellung bedeutet. Es geht nämlich um die Nachfolge Jesu Christi mit allen Konsequenzen: Die frühen Christen nahmen dafür Verfolgung, soziale Ächtung und sogar den Tod im Martyrium in Kauf. Dies müsste eine Anfrage an unsere Taufpraxis heute sein: Wer getauft wird, muss auch bereit sein, in seinem / ihrem Leben sichtbar werden zu lassen, was es heisst, an Jesus Christus zu glauben und damit der Gemeinschaft der Kirche anzugehören.


Was bewirkt denn die Taufe?

Das konstituierende Element der Taufe ist das Wasser: Es ist das Zeichen des Lebens und der Reinigung. So verbinden wir mit der Taufe die Reinigung, das "Abwaschen der Erbschuld", jener hoffnungslosen Perspektive, die den Menschen im Tod seine letzte Zukunft sehen lässt. Wie geht das? Ganz einfach: Denn mit der Taufe ist auch die Verheissung eines neuen gewaltigen, unsterblichen, ewigen Lebens verbunden. Immer wieder grassieren Irrtümer um den Begriff "Erbschuld", wenn etwa fälschlicherweise darunter eine persönliche Schuld verstanden wird. Erbsünde oder Erbschuld meint jene unausweichliche Perspektive des menschlichen Lebens, dass der leibliche Tod irgendwann vor der Türe steht. Die Taufe befreit vor der Endgültigkeit dieser Aussicht, weil sie dem Täufling, der auf den Tod und die Auferstehung von Christus getauft wird, das neue Leben des Auferstandenen verheisst, und zwar in jenem Geist, den Johannes für die Taufe Christi vorausgesagt hat. Aus dieser Perspektive der Reinigung stammt der Brauch, einem Täufling ein weisses Kleid anzuziehen, weil auch im frühen Christentum, als die Taufbewerber in der Osternacht getauft wurden, diese jeweils in der Woche nach Ostern ein weisses Kleid trugen als Zeichen ihres "Neuen Menschen", des gereinigten Menschen, den sie in der Taufe angezogen haben.

Dieses "Neuer Mensch Sein", heisst: Zeichenhaft sterben und auferstehen in der Taufe mit Christus (vgl. Röm 6,3-11). So wird deutlich, dass diese Reinigung nichts Oberflächliches ist, sondern dass der Mensch von innen her durch den Geist, völlig umgestaltet wird. Der alte Mensch, der nur die irdische Perspektive des leiblichen Todes kannte, muss absterben, damit der Geist Gottes den Neuen Menschen erfüllen kann und ihm die Perspektive der Auferstehung schenken kann. Daher sagt der Hl. Paulus: "Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Heilige Geist in euch wohnt?" (1Kor 3,16) In alten Zeiten wurden die Täuflinge deswegen vollständig untergetaucht, wie es heute noch in der orthodoxen Kirche oder bei manchen Freikirchen gemacht wird,  es ist das Zeichen dafür, dass der alte sündige Mensch mit Christus begraben wird, um danach mit ihm wieder zu auferstehen. Damit erhält der / die Getaufte also ein Neues Leben aus dem Geist Gottes, das der zeitlichen und räumlichen Begrenztheit des irdischen Lebens eine neue unendliche Weite schenkt. Das meint Jesus, wenn er dem Nikodemus sagt, dass der Zugang zum Reich Gottes nur dann für einen Menschen offen steht, wenn dieser "von oben aus Wasser und Geist" neu geboren wird (Joh 3,5).  Der / Die als "Mensch" Geborene erhält daher auch einen Namen, mit dem er/sie fortan gerufen wird, als Ausdruck des Beginns dieses neuen Lebens. 


Damit wird ein Mensch aufgenommen in die  Kirche, weil die Taufe den Menschen nicht nur mit Gott verbindet, sondern auch mit allen andern, die an Christus glauben. Deswegen anerkennt die katholische Kirche auch all jene als Getaufte, die in einer anderen Kirchengemeinschaft getauft worden sind, denn jede Taufe die durch Übergiessen mit Wasser und unter der Anrufung des dreifaltigen Gottes geschieht, ist gültig.

 

Wenn Sie sich also zur Taufe entschliessen, denken Sie an folgende Punkte:

  • Der Glaube ist Voraussetzung für die Taufe.


  • Ebenso wird die Bereitschaft vorausgesetzt, sich im Leben auch als Getaufte(r) seiner Würde bewusst zu sein und entsprechend zu leben: Dies betrifft die Achtung vor der Würde des Nächsten  (also aufrichtig zu leben, nicht zu betrügen etc.), wie auch die Verbundenheit mit Gott, was bedeutet, ihn zu lieben, und ihn nicht als abstrakter Gedanke verkümmern zu lassen, weil jemand nicht betet und nie einen Gottesdienst besucht.


  • Es ist dann sinnvoll Kinder zu taufen, wenn diese in einer Familie oder Gemeinschaft aufwachsen, wo sie den Glauben sozusagen mit der Muttermilch mitbekommen. Sonst stellt sich die Frage, ob die Taufe als Erwachsene(r) (oder Jugendliche(r)) nicht eher angezeigt ist. Die Kindertaufe ist übrigens eine altchristliche Praxis und nicht wie manche freikirchliche Kreise behaupten, eine Erfindung der katholischen Kirche (vgl. Apg 16,15 und 1 Kor 1,16).


  • Was die Taufpaten angeht, ist darauf zu achten, dass diese der katholischen Kirche angehören.  Wenigstens aber muss einer der beiden Paten katholisch sein. Dieses Faktum wirft manchmal Fragen auf. Eine Antwort findet sich aber schnell im Sinn eines Patenamtes. Ein Pate (eine Patin) soll den Täufling ja neben den menschlichen Belangen auch im Glauben begleiten und das Kind so zum katholischen Glauben hinführen, und es wäre wohl eindeutig zuviel verlangt, wenn z.B. ein reformierter Christ sich darum bemühen müsste.


  • In der Pfarrei Oberdorf wird normalerweise an Sonntagen getauft, während oder nach der Sonntagsmesse. Doch begründete Ausnahmen sind  gut möglich. Es ist dem altkirchlichen Brauch nach auch wünschenswert, dass Taufbewerber(innen) in der Osternachtsfeier getauft werden.


  • Die Frage nach der Taufe auswärtiger Kinder, die nicht zu unserer Pfarrei gehören sei hier so beantwortet:  Normalerweise werden Kinder in ihrer Heimatpfarrei getauft, also da, wo ein Kind mit seiner Familie aufwächst. Dies hat damit zu tun, dass ein Kind sich mit seinen Eltern vor Ort  in die konkrete kirchliche Gemeinschaft einleben kann. Auswärtige Kinder werden also nur in wohl begründeten Ausnahmefällen hier getauft, im Einverständnis mit dem jeweiligen Verantwortlichen der Heimatpfarrei.


  • Die Taufe Erwachsener  erfolgt nach einer entsprechenden Vorbereitungszeit, die den Namen Katechumenat (Taufbewerberzeit) trägt und dazu dient, den Täufling auf eine christliche Lebensführung hinzuführen und ihr oder ihm die dazu nötige Zeit zu schenken. Eine solche Einführungszeit  für Eltern kann auch bei einer Kindertaufe sinnvoll sein, wenn Eltern sich wieder neu mit ihren Kindern auf den Glaubensweg begeben.


 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü