Nächstenliebe und Solidarität - Pfarrei und Wallfahrtsort Maria Oberdorf

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Leben und Glauben
 


Nächstenliebe und Solidarität

Niemand kann der Christlichen Gemeinschaft angehören, ohne die zwei Grundbedingungen zu erfüllen, die Jesus selber als das wichtigste Gebot bezeichnet. Im Markus Evangelium (12,28-31) sagt Jesus auf die Frage welches denn das erste bzw. wichtigste Gebot sei Folgendes:

 
 


Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all Deinen Gedanken und all Deiner Kraft

und

Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst!


 



Niemand kann folglich der christlichen Gemeinschaft angehören, der nicht bereit ist Gott und die Menschen zu lieben. Diese beiden Richtungen der menschlichen Liebe schliessen einander nicht gegenseitig aus, sondern sind jeweils Bedingung für einander. Dies bedeutet: Man kann nicht Gott lieben ohne den Nächsten zu lieben und man kann nicht den Nächsten lieben ohne damit auch irgendwie Gott zu lieben. Mit anderen Worten, wer dem Nächsten die Ehre erweist, mag Er/Sie auch noch so klein und gering sein erweist damit Gott die Ehre, so wenigstens sieht es Jesus.


Von daher ist der konkrete Einsatz von Christen und Christinnen für eine lebenswerte Welt für Alle, für Gerechtigkeit und Frieden, für Solidarität unter den Völkern und die Achtung der allen gemeinsamen Gotteskindschaft eine Grundeinstellung für ein geglücktes Leben. Das bedeutet, dass die konkret gelebte Nächstenliebe die Neunerprobe für eine echte Gottesliebe ist.

 


Die römisch katholische Kirche pflegt deswegen nicht aus Imagegründen oder aus Opportunismus ihren karitativen Einsatz in ihren zahlreichen Hilfswerken! Vielmehr gehören die Hilfswerke wie, Caritas, Fastenopfer, missio, Adveniat, Le Pont usw. zu ihrem ureigenen Wesen. Wenn Kirche die froh machende und befreiende Botschaft Gottes glaubhaft in diese Welt hinein sagen will, dann muss sie auch Botin dieser konkret gelebten Solidarität und Nächstenliebe sein. Diese Hilfswerke bestehen aber nicht nur auf gesamtkirchlicher oder nationaler Ebene sondern in viele Pfarreien kümmern sich engagierte Gläubige genau darum in kleineren Gruppen. So gibt es beispielsweise in der Pfarrei Oberdorf  eine Dritt-Welt-Gruppe die sich insbesondere dieses Anliegen zu eigen gemacht hat.


 
 
 


Wie fundamental wichtig diese Wirklichkeit des gelebten Christentums ist, hat Papst Benedikt XVI in seinem ersten Rundschreiben (Enzyklika)  "Deus Caritas est - Gott ist die Liebe" eindrücklich festgehalten. Weil Gott sich selbst verschenkende Güte und Liebe ist und er dies in der Hingabe Jesu uns Menschen gezeigt hat, kann es nicht anders sein als dass die Gemeinschaft, welche Christus Jesus nachfolgen will, dies ebenso hält - es sei denn, sie verrate ihren Ursprung!

Dieser Einsatz für Gerechtigkeit bereits in dieser Welt ist kein Widerspruch vor dem Wissen, dass unsere endgültige Heimat im Himmel sein wird. Umgekehrt ist das Festhalten an unserem himmlischen Ziel ebenso in keinster Weise eine Entschuldigung dafür sich vor dem Liebesgebot Jesu zu drücken. Vielmehr wird das Reich Gottes hier auf Erden bereits ein Stück Wirklichkeit, wo die beiden Perspektiven ineinander verschränkt werden.  

Auf eindrückliche Weise  hat Jesus selber dies in den Seligpreisungen festgehalten. Diese gehören denn auch zum verpflichtenden Erbe der Menschheit und ihrer Kultur: Die innere Haltung eines Menschen, der von dem Wissen um das Himmelreich geprägt ist und deswegen weiss, dass unser Leben hier auf Erden vorläufig ist drückt sich hier so aus, dass genau dieses Wissen kleinkarierte menschliche Massstäbe umkehrt und jene der göttlichen Liebe in die konkrete Existenz hinein trägt.

 
 


Seligpreisungen (Mt 5,3-12)

Er sagte,
Selig, die arm sind vor Gott;
ihnen gehört das Himmelreich.
Selig, die Trauernden;
denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden;
denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;
denn sie werden satt werden.
Selig, die Barmherzigen;
denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben;
denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften;
denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig, seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt
und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
Freut euch und jubelt:
Euer Lohn im Himmel wird gross sein.
Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.  


 
 
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