Ihre persönliche Wallfahrt - Pfarrei und Wallfahrtsort Maria Oberdorf

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Ihre persönliche Wallfahrt


Elemente für Ihre persönliche Wallfahrt

Haben Sie sich schon einmal Ihr Leben als eine einzige grosse Pilgerfahrt vorgestellt? Vom Moment Ihrer Geburt bis zu Ihrem irdischen Tod sind Sie unterwegs im Leben hier auf Erden, um ins Leben dort - ans Ziel, das himmlische Jerusalem, das ewige Leben. Vom Start ans Ziel führt uns die Geschichte eines Lebens. Sie ist so individuell, wie es jedes einzelne menschliche Leben nur einmal gibt. Und dennoch sind wir alle eine Gemeinschaft - jene der geliebten Kinder Gottes.


Unterwegs sein ... aufbrechen ... ausbrechen ... neu anfangen ... vieles überdenken ... Orientierung und Halt suchen ... das Leben vertiefen ... Sinn suchen ... Verzeihung suchen ... Wunden verheilen lassen ... danken ... um Heilung bitten ... Gott loben ...den Glauben neu finden ... wissen, ich bin nicht alleine unterwegs, da gehen andere mit mir ... Gottes Liebe ersehnen ... die Lösung eines schwierigen Problems suchen ... mit mir ins Reine kommen ...

So vielfältig können die Beweggründe "meiner" Wallfahrt sein - der Wallfahrt meines Lebens. Ein altes Pilgerlied (Sie finden es am Schluss dieser Rubrik) bittet um zwölf Gaben, die wir pilgernde Menschen auf unserer Reise benötigen. Vielleicht finden Sie darunter einige nützliche Hinweise für Ihre persönliche Pilgerfahrt. Der Verfasser des Pilgerliedes bittet dabei Gott um folgende konkrete Hilfe:

 
 
 



Beginnen Sie Ihren Weg:
In Gottes Namen.
Amen


 


1. Die Bitte um Gottes Gnade und Güte:
Gnade heisst nichts anderes als einen Erweis der Grossherzigkeit Gottes, seiner gütigen Fürsorge, ohne jegliches Verdienst unsererseits zu erfahren. Gott möchte sich Ihnen einfach schenken, ohne Falsch, ohne Forderung, sondern einfach aus freien Stücken, aus reiner und purer Güte. So oft sind wir Menschen in unseren Schicksalen enttäuscht worden und so misstrauen wir derart einfacher, kindlich argloser Güte. Das Pilgerlied bittet deswegen auch immer wieder um Gottes Erbarmen mit unserer Schwerfälligkeit: "Kyrie eleison - Herr erbarme Dich".

2. Die Bitte an Gott, den Vater, um Rettung vor dem ewigen Tod und Hilfe in aller Not
Die Angst vieler Zeitgenossen vor dem für sie schwindelerregenden Gedanken an den Tod lässt den feierlichsten Moment unseres Lebens, nämlich den Durchgang vom irdischen ins himmlische Leben, in perverser Weise als Tabuthema unserer Gespräche verblassen. Die Angst vor dem Versinken in das ewige Nichts ist dem Menschen des beginnenden dritten Jahrtausends eine treue Begleiterin. Wir sollen Gott bitten, dass er unser Leben vor diesem Tod bewahre, und es aufhebe in seine Hände, die es uns gegeben haben. So wird weder der Tod noch der Gedanke daran zum ständigen Alptraum unserer Existenz, sondern Hilfe, unser Leben sinnvoll zu gestalten - wartet doch eine Ewigkeit auf uns.


3. Die Bitte an Gottes Sohn um Befreiung von Schuld und Sünde
Welches Leben ist verschont geblieben von diesem lähmenden Gefühl von Leere, versagt zu haben, jemandem Unrecht getan zu haben, einen schwere moralische Schuld auf sich geladen zu haben, jemanden betrogen zu haben, einen Mord auf dem Kerbholz zu haben oder sonst auch in irgendeiner weniger dramatischen Form schuldig geworden zu sein. Schuld und Sünde gehören zu unserer menschlichen Lebenserfahrung. Wir Menschen können einander verzeihen und vergeben, aber wirkliche "Rein-Waschung", echte Vernichtung der aufgeladenen Schuld geschieht letztlich in Gott. Es geht dabei nicht nur um unsere persönlichen Fehler, sondern auch um jene Lasten, die Generationen andern vererben.

4. Die Bitte an den Heiligen Geist um Gottes gnädiges Licht in unserem Herzen - und zwar für die ganze Pilgerreise
"Führe, freundliches Licht", bittet der berühmte englische Theologe und Kardinal John Henry Newman Gott einmal. Genau darum geht es bei dieser Bitte: Wir wollen die Führung unseres Lebens dem freundlichen Licht Gottes anvertrauen. Nicht nur für jene Wegstrecken, die sowieso schon hell erleuchtet sind, sondern gerade auch für jene, die in der Dunkelheit unserer Sorgen und Nöte zu versinken drohen.

5. Die Bitte um Marias mütterlichen Beistand
Wer unterwegs ist im Leben, braucht eine Mutter. Theologen (-innen) und Kirchenleute sind oft verkopft und kalt geworden in ihrer Gottesbeziehung - vielleicht zuwenig mütterlich. Wer etwa zur Lieben Frau von Oberdorf pilgert, kommt zur Mutter jenes Kindes, das uns den Weg zum Himmel erschlossen hat, durch sein Schicksal, sein Sohn-Gottes-Sein. Diese Mutter, die ihr Kind in ihren Armen trägt, spricht uns an im Herzen, ergreift uns dort, wo Glaube wesentlich zu erfahren ist: im Herzen. Es ist dieses offene Herz, das Gott Gastfreundschaft in unserem Leben gewähren kann.

6. Die Bitte um die Fürsprache der Heiligen
Wir sind nicht allein unterwegs. Da gibt es nicht nur einfach einen Gott als Gegenüber, sondern um Gott, sind gemäss dem Zeugnis der Hl. Schrift unzählbar viele Heilige, die in der Vollendung der Gemeinschaft mit ihm leben. Es sind Heilige, die wie wir gelebt, Freuden, Sorgen, Schmerzen und Nöte ertragen haben. Warum sollte es nach ältester christlicher Tradition kein heilsamer Gedanke sein, sie um ihre Fürsprache bei Gott anzurufen, da doch der Himmel nicht einfach verschlossen ist? Er ist aber deswegen nicht verschlossen, weil Christus uns den Weg dorthin eröffnet hat.

7. Die Bitte um die Bewahrung im Glauben und um Bewahrung vor der Arglist des Bösen
Wie viele Menschen sind heut irre geworden an ihrem Glauben, der sie nicht mehr trägt,  nach dem Motto:  "Wissen Sie ich glaube schon - aber ich brauche dazu weder Kirche noch sonst eine Institution". Hinzufügen möchte man nur noch: "Ein solcher Glaube darf das Vor-Sich-Hin-Plätschern meines Lebens nicht stören, nichts kosten und nicht herausfordern, sonst müsste ich mich ja vielleicht ändern …".  Ein lebendiger Glaube an Gott ist wie jede Beziehung ein Abenteuer: Er fordert, er gibt Halt, verlangt schier Unglaubliches von einem Menschen und befähigt Menschen zu schier Unglaublichem. Er reisst neue Horizonte auf, er stellt Fragen bequeme und unbequeme, aber schliesslich führt er zu jener Herzens- und Geistesweite, die Einlasstor ist für die einfache Gegenwart Gottes. Wir dürfen auch ruhig - ohne Angst - beten, dass uns die falschen Zweifel (jene, die nur noch um sich selbst kreisen) erspart bleiben, die uns in unsere eigene Endlichkeit verschliessen.

8. Die Bitte um den Trost und den Frieden
Wer ist noch nie froh gewesen um den Trost, den er/sie unverhofft gespendet bekam. Gottes Tröstungen sind fein, sie vergewaltigen keine Seele, aber sie reissen einen Menschen aus der reinen Verzweiflung vor dem Nichts. In der Bitte um den Geist Gottes bitten wir auch um seine Tröstungen: Stärke, Mut, innere Zuversicht, Glaube, Liebe, Hoffnung, Kraft und Freude. Wer damit gestärkt auf den Weg gehen darf, der/die darf auch den inneren Frieden erfahren. Wer ist besser prädestiniert,  als ein Mensch mit dieser Erfahrung, Werkzeug des Friedens in einer zerrissenen Welt zu werden?

9. Die Bitte um Gottes Segen für eine gute Ernte
Wenn die Kartoffeln aus dem Gefrierbeutel und die Milch aus dem Tetrapack kommen, dann haben Menschen kaum Zugang zur Natur. Doch wir Menschen selber sind Natur und damit angewiesen auf die Früchte unserer Erde. Wie selbstverständlich sind in unseren Breiten die Tische gedeckt. Wie beschämend berühren uns doch die Bilder hungernder Kinder aus aller Welt. Von Gott kommt alles, auch die Früchte der Erde, unsere Nahrung, deren Schöpfer er zuerst ist. Wer unterwegs ist, bekommt Hunger vom Pilgern, also sollen wir danken für alles, was Gott uns schenkt und ihn bitten, dass wir vor Hunger und Elend bewahrt bleiben.

10. Die Pilgerreise in Gottes Namen: Die Bitte keinen andern Namen zu kennen
Wie viele Götter bedrängen ein menschliches Leben: Reichtum, Karriere, Geltung, Macht und Einfluss? Unter wessen Schutz stelle ich eigentlich mein Leben?  Wem ist mein Leben geweiht, einem materiellen Götzen, den die Motten zerfressen werden oder einem selbstgebastelten Gott, der nicht retten kann? Nur einen Gott gibt es, den lebendigen, den dreifaltigen, auf dessen Namen wir getauft sind: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Nur diesen Namen wollen wir uns als den Rettenden vor Augen halten. Dann dürfen wir auch getrost bitten, vor allem Übel bewahrt zu werden - wenn es der Wille Gottes ist.

11. Die Bitte um Einlass in das Reich Gottes und ein offenes Herz für die Wahrheit
Wir nähern uns dem Ziel: Das Reich Gottes vor Augen, sollen wir uns nach dem sehnen, was ewig und unvergänglich ist, damit unser Herz dort sei, wo die wahren Schätze sind. Das Irdische sollen wir lieben, aber so, dass es nicht zum Hindernis wird für unser Fortschreiten in der Pilgerreise zum Ziel. Dabei ist es wichtig, uns nicht abbringen zu lassen von dem, was wir einmal als Wahrheit gefunden haben - d.h. daran nicht irre zu werden. Das gilt für uns persönlich, aber auch für jene Gemeinschaft, die uns begleitende Mutter ist und von der wir selber Glieder sind.

12. Das Feststehen in der alleinigen Anbetung Gottes und die Bitte um Aufnahme in die Schar der Heiligen

Wir sind am Ziel: Wir haben Gott erkannt als den, der allein der Anbetung würdig ist. Dafür dürfen wir darum bitten, dass wir aufgenommen werden in die Gemeinschaft der Heiligen, die in ewigem Glück mit ihrem Schöpfer in unaussprechlich tiefer Liebe vereint sind. Alle anderen Bedürfnisse treten jetzt zurück, was zählt, ist nur noch bei dem zu sein, der mich liebt, der mir Geborgenheit schenkt: Das heisst, dadurch selber geheiligt zu werden in jener Liebe, die alles heilt und heil-ig macht. Der griechische Philosoph Aristoteles betrachtet das Glück als das Ziel des Strebens des menschlichen Lebens. Für uns Christen (-innen) hat dieses Glück einen Namen: Gott, der sich in Jesus Christus, uns Menschen offenbart hat.

Sie können diese Elemente zusammen, einzeln, oder so, wie Sie sich davon angesprochen fühlen, mit auf Ihren Weg mitnehmen, eventuell mit dem untenstehenden Pilgerlied.

Pfr. Agnell Rickenmann

 

Vertrauen und Bitte

1.
In Gottes Namen fahren wir,
nach seiner Gnad begehren wir.
Verleih uns die aus Gütigkeit,
o heilige Dreifaltigkeit.
Kyrieleison.


5.
In Gottes Namen fahren wir,
zu dir, Maria kommen wir.
Bitt du für uns am Himmelsthron,
erlang uns Gnad bei deinem Sohn.
Kyrieleison.

9.
In Gottes Namen fahren wir,
auf seine Hilfe harren wir.
Die Frucht der Erde uns bewahr
und schenk uns ein gesegnet Jahr.
Kyrieleison.

2.
In Gottes Namen fahren wir,
zu Gott dem Vater rufen wir.
Behüt uns, Herr, vorm ewgen Tod
Und sei uns Hilf in aller Not.
Kyrieleison.

6.
In Gottes Namen fahren wir,
die lieben Heilgen bitten wir,
dass sie durch Christus, unseren Herrn,
des Vaters Huld für uns begehrn.
Kyrieleison.

10.
In Gottes Namen fahren wir,
kein andern Helfer wissen wir.
Vor Krankheit, Krieg und Hungersnot.
Behüt uns lieber Herre Gott.
Kyrieleison.

3.
In Gottes Namen fahren wir,
zu Jesus Christus flehen wir,
dass er durch all die Marter sein
uns mache von der Sünde rein.
Kyrieleison.

7.
In Gottes Namen fahren wir,
an dich allein, Herr glauben wir.
Behüt uns vor des Teufels List,
der uns allzeit entgegen ist.
Kyrieleison.

11.
In Gottes Namen fahren wir,
dein Reich, o Herr begehren wir.
Bewahr dein Kirch vor falscher Lehr
und unser Herz zur Wahrheit kehr.
Kyrieleison.

4.
In Gottes Namen fahren wir,
vom heiligen Geist begehren wir,
dass er mit seiner Gnade Schein
uns allzeit mög im Herzen sein.
Kyrieleison.

8.
In Gottes Namen fahren wir,
auf seine Tröstung hoffen wir.
Gib Frieden uns in dieser Zeit,
Wend von uns alles Herzeleid.
Kyrieleison.

12.
In Gottes Namen fahren wir,
dich Herr allein anbeten wir.
Vor allem Übel uns bewahr
und hilf uns zu der Heiligen Schar.
Kyrieleison.

 
 
 
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