Ehe - Pfarrei und Wallfahrtsort Maria Oberdorf

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Das heilige Zeichen der Ehe

Die katholische Kirche misst der Ehe und Familie eine zentrale Rolle in der Gesellschaft zu. Für sie ist die Ehe zwischen einem Mann und  einer Frau das Abbild der Liebe Gottes zu uns Menschen und deswegen ein Sakrament - ein heiliges Zeichen. Die Kirche bezeichnet die Familie daher als Kernzelle des öffentlichen Lebens, wo das Zusammenleben von Kindsbeinen an erfahren werden kann. Für die Kirche ist nicht der staatliche, öffentlich rechtliche Eheschluss auf dem Zivilstandsamt das Entscheidende (Zivilehe), sondern die Bereitschaft vor Gott den Entschluss zu einer dauernden Partnerschaft bestätigen zu lassen.

Das Verhältnis zwischen Mann und Frau  wird gleich zu Beginn der heiligen Schrift charakterisiert (Gen 1-3): "Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild, als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. …"
Gott gibt den Menschen nun einen Auftrag: "Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde und unterwerft sie euch. ..."

Gott schafft den Menschen also in zwei gleichen Teilen als Mann und Frau. In ihrer je einzigartigen Weise verkörpern also Mann und Frau zusammen, das Menschsein als solches. Bildhaft wird auch die Ebenbürtigkeit von Mann und Frau angesprochen, wenn der als Mann geschaffene Adam von Eva, der Frau, sagt: " … das ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch". Entgegen anderer zeitgenössischer oder späterer Sichtweisen, ist diese grundsätzliche Gleichberechtigung von  Mann und Frau - von ihrer Substanz her also,  ihrer Zeit meilenweit voraus und heute wieder neu gewertet worden.

In diesem Schöpfungsbericht erhält auch die Sexualität ihre vom Schöpfer her begründete Würde. Anders als in den zeitgenössischen Religionen des Jahrtausends vor Christus, die die Sexualität selbst oft als göttlich verehrten, gehört die Sexualität in der Bibel zum Wesen des Menschen. Sie ist für ihn zu seiner Verantwortung, Erfüllung und Freude von Gott geschaffen und geschenkt. Dass nun ausgerechnet die Sexualität Quelle der Erfahrung von Übel, Knechtung und von Leid werden kann, wertet die Bibel (übrigens ebenso wie die knechtende Herrschaft des Mannes über die Frau) als Folge der Sünde.

Die Ehe ist auch für Jesus in der Schöpfung grundgelegt (vgl. Mt 19,3-3 / Mk 10,2-12). Bei verschiedenen Gelegenheiten beruft er sich ausdrücklich darauf. Er weist dabei darauf hin, was vor Gott seit alters her gegolten hat: Eheleute sind miteinander von Gott verbunden und dürfen deswegen weder sich selber trennen noch von anderen Menschen getrennt werden. Jesus kritisiert so jene, die sich auf Mose berufen und meinen, ein Mann (und nur er, wie es beispielsweise bis heute auch bei Muslimen gilt) kann unter bestimmten Umständen eine Frau entlassen.

Weil die Ehe eine Institution ist, die mit der Schöpfung verbunden ist und deswegen auch mit ihr die Folgen des fehlerhaften, sündigen Daseins teilt,  so nimmt sie folglich auch wieder teil an der Erlösung durch Jesus.  Für den Apostel Paulus ist dies der Grund seines berühmten Satzes aus dem Epheserbrief (5,31-32), der bis heute am Grund des christlichen und kirchlichen  Eheverständnisses steht: "Der Mann wird Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die beiden werden ein Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis, ich beziehe es auf Christus und die Kirche". Paulus sieht offensichtlich in dieser Zuordnung von Mann und Frau und dem Wechsel der Generationen und der damit verbundenen Weitergabe des Lebens ein tiefes Geheimnis, das auf den Schöpfer schliessen lässt. Ein Zweites ist damit auch gesagt: Die Liebe zwischen Mann und Frau wird hier nun auf die Liebe zwischen Christus und seiner Kirche bezogen. Im ehelichen Leben soll folglich die Liebe Christi zu seiner Kirche wie in einem Abbild sichtbar werden. Christus steht zu seiner Kirche, auch wenn diese Fehler und Mängel hat, so sollen auch Mann und Frau zu einander stehen. 


Die Ehe soll also ein Spiegelbild dieser unbedingten Treue Jesu zu seiner Kirche sein. In der Liebe der Ehepartner untereinander kann so die Liebe Christi gegenwärtig werden. Und so wird das tiefe Geheimnis letztlich darin verständlich: Was im Grossen an Liebesaustausch zwischen der Kirche und Christus geschieht, ereignet sich so auch im Kleinen zwischen zwei Menschen. Durch die Liebe der Ehepartner wird also die Liebe Christi gegenwärtig - also heiliges Zeichen seiner fürsorglichen gütigen Gegenwart.

So ist Ehe eben nicht nur eine Zweckgemeinschaft zur geordneten Fortpflanzung, oder Brutkasten zum Erlernen des Sozialverhaltens oder eine Zweckgemeinschaft um zu zweit in einer Gütergemeinschaft das Leben leichter zu  meistern.

 

Die kirchliche Trauung ist so nach katholischem Verständnis mehr als ein  Segen Gottes, der noch zur Zivilehe dazukommt. Wenn Mann und Frau sich vor ihren Zeugen und dem Diakon oder Priester das Ja-Wort geben, dann spenden sie einander das Sakrament, das heilige Zeichen der Ehe. Die Kirche verpflichtet ihre Eheleute auf diese Form der Eheschliessung, damit auch die Gemeinde oder Pfarrei, die meist  in Form der Freunde und Verwandten der Brautleute anwesend ist, teilhaftig wird an diesem heiligen Zeichen.

Die Ehe ist aber nach der Trauung keinesfalls vollendet: Zur Wirksamkeit des Sakramentes gehört  die lebendige Geschichte jedes Ehepaares notwendigerweise dazu. So braucht es nicht nur die Vorbereitung und die Trauung selber, sondern auch einen Weg des Glaubens, damit ein gemeinsamer Weg auch durch Schwierigkeiten trägt und weiterführen kann. Denn, wenn Eheleute ihr religiöses Leben nach der Trauung wieder in eine Schublade versorgen, dann verschwindet auch leichter das Bewusstsein, endgültig für einander da zu sein.




Wie weiter, wenn es doch nicht klappt?

In der Trauungsfeier bestätigt der Diakon oder der Priester die Eheschliessung mit folgendem Wort von Jesus: "Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen." (Mt 19,6). Die Kirche leitet von hierher die unmittelbare Aufforderung, die Ehe als etwas Unauflösliches zu betrachten. Diese Unauflöslichkeit ist kein Willkürgesetz. Die Kirche will damit Menschen auch nicht zwingen an Vergangenem festzuhalten, was nur noch schmerzhaft oder als Alptraum wahrgenommen wird.

Mit dem Festhalten an der Unauflöslichkeit möchte die Kirche gerade in unserer kurzlebigen Zeit dazu ermuntern, alle Möglichkeiten für ein gemeinsames Leben auf Dauer auszuschöpfen, um so Verbindlichkeit und Verbindendes in einer Partnerschaft immer mehr zu betonen als Trennendes. Es braucht daher mit Beginn des Wunsches kirchlich zu heiraten, die Absicht eine wirklich lebenslange Partnerschaft einzugehen. Davor sollen nicht irgendwelche Fluchttürchen offenstehen, sondern wir sollen mit fester Überzeugung uns diesem Anspruch stellen.

Doch zeigt die Wirklichkeit unserer Gesellschaft, dass sich eine Trennung nicht immer sinnvoll verhindern lässt, etwa wenn eine Trennung das kleinere Übel ist (wenn ein Partner beispielweise gewalttätig ist, oder z.B. Gefahr für Leib und Leben besteht). Daher lässt die Kirche zu, dass Partner in solchen Fällen getrennt leben und auf Grund der zivilrechtlichen Folgen sich standesamtlich scheiden lassen. Die in der Kirche geschlossene Ehe besteht dann aber immer noch weiter.

Vom Evangelium her hat die Kirche sicher recht, wenn sie an der Unauflöslichkeit der Ehe festhält. Doch muss auch gefragt werden, was kann die Kirche tun, wenn eine Ehe zerbricht? Können nicht die Kräfte eines Menschen hoffnungslos überfordert sein, wenn jemand beispielsweise nach wenigen Ehejahren den Lebensweg ganz allein gehen muss? Wie weit könnten allenfalls mögliche Ausnahmen die Institution Ehe schwächen?

Alle diese Fragen sind sicher gründlich zu überlegen. Den Menschen, die eine solche schmerzhafte Situation erleben oder erlebt haben, ist klug, sorgfältig und mit Verständnis zu antworten, soweit eine Antwort gefunden werden kann. Die Kirche ist bemüht, sich in ehrlichem Ringen damit auseinanderzusetzen. So betont auch der katholische Erwachsenenkatechismus von 1995, dass Seelsorger mit besonderem Eifer und mit allen möglichen Hilfestellungen sich der wiederverheirateten Geschiedenen annehmen sollen. Dazu gehört auch das gemeinsame Gespräch mit den Seelsorgern um die Möglichkeit der Versöhnung (Sakrament der Busse und Versöhnung) und den Zugang zur Eucharistie zu prüfen.


Konkrete Vorbereitungen
    - Hochzeitsvorbereitungen: Notwendige Schritte
    - Trauung in Oberdorf (Vgl. dazu die Seite "Hochzeit" unserer Homepage.)

  • Zur Vorbereitung einer Trauung treffen Sie sich bei einem Seelsorger Ihrer Wahl.

    Achtung: In der Diözese Basel haben Gemeindeleiter(-innen) nur die Ausnahmeerlaubnis innerhalb ihrer       eigenen Gemeinde zu trauen.

  • Hinzuzufügen ist die Institution der Ehevorbereitungskurse, erkundigen Sie sich darüber am besten bei ihrem Seelsorger.




 
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