Aufnahme in die kath. Kirche - Pfarrei und Wallfahrtsort Maria Oberdorf

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Leben und Glauben
 


Aufnahme in die katholische Kirche

 
 

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Komm, Du neuer Geist, Du Hauch der Frühe,
der unserer Kirche
den Schlaf der Jahrhunderte aus den Augen treibt.
Komm, Du Wachmacher, der unsere Albträume verscheucht
und die Ängste der Nacht
und die Müdigkeit des vergangenen Tages.
Komm, Du starker Geist des Mutes,
schenke uns Kühnheit, ein zustehen für unseren Glauben,
im tägliche Leben, in unserer Gemeinschaft,
da wo ich arbeite.
Komm, heiliger Wind
und fege durch das tote Gehölz unserer menschlichen Absicherungen.
Komm und bring alle Falschheit zum Einsturz, dass Neues werden kann.


 
 
 



Ist Ihr Leben leer geworden?

Stellen Sie sich die Frage nach Sinn, nach Geborgenheit und nach Gemeinschaft?

Haben Sie genug von den oberflächlichen Pauschalurteilen über unsere kirchliche Gemeinschaft und den Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes?

Möchten Sie Ihrem Leben neue Orientierung und neuen Halt geben?


All diese Fragen sind oft Auslöser einer (Neu/Wieder)-Aufnahme in die römisch katholische Kirche. In vier Punkten möchte ich Ihnen, wenn Sie daran interessiert sind, einen Weg zur Aufnahme vorschlagen:


1. Sein Leben neu gestalten.
Das Schlüsselwort dazu heisst im neuen Testament ‚um-denken', gemeint ist damit jene Kraft des menschlichen Lebens, die uns befähigt neu anzufangen, weil wir Dinge plötzlich anders sehen. Wir können Dinge aus einer neuen Perspektive wahrnehmen und sie so neu und vertieft verstehen. Daher ist es möglich, dass Dinge, die uns vorher wichtig und bedeutsam waren, plötzlich inhaltslos und leer werden.

Dies geschieht etwa, wenn die Sehnsucht nach ‚Mehr' sich in unserem Herzen festsetzt und den Run auf Reichtum, die Gier nach Macht, das Bedürfnis nach einer steilen Karriere plötzlich hohl erscheinen lässt. Sehnsucht nach ‚Mehr' kann bedeuten, dass uns sich die Frage nach dem Sinn, bis hin zur Frage nach dem ‚Getragen Sein' unseres Lebens stellt. Mit dieser Frage eröffnet sich auch die Frage nach Gott, nach jenem geheimnisvollen ‚Du', der unser Leben in seinen Händen hält. Wenn Sie eine Unzufriedenheit spüren, dass Sie sich nicht wirklich damit auseinander gesetzt haben, ist es höchste Zeit etwas dagegen zu tun.

2. Freundschaft mit Christus
In jedem Menschen liegt das tiefe Bedürfnis nach Glück, die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit. Es gibt da Einen, der von sich sagt, dass er diese Sehnsucht nach ‚Mehr' in uns stillen kann und möchte. Im Johannesevangelium, Kap. 15, 11 ff sagt Jesus zu seinen Jüngern:

 
 


‚Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.
Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine grössere Liebe, als wenn einer sein Leben für deine Freunde hingibt.
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiss nicht was sein Herr tut.
Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.
Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.
Dies trage ich euch auf: Liebt einander! 



 


Wenn Sie spüren, dass diese Freundschaft Ihrem Leben eine neue Dimension geben kann, weil Sie die ausgetretenen Argumente der gesellschaftlichen Religionsschelte nicht mehr befriedigen, dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

Glauben Sie ja nicht, dass Sie auf einen billigen Trick irgendwelcher Religionsvertreter/innen hereinfallen. Grossartige Menschen und Denker vor Ihnen haben genau das erlebt.


Der grosse Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal macht am 23. November 1654 folgende Erfahrung, die durch einen Zufall überliefert ist:

Nach Pascals Tod fand ein Diener seines Hauses eingenäht in die Kleider des Verstorbenen ein von Pascal eigenhändig geschriebenes Pergament und in diesem Pergament eingepackt ein kleines gefaltetes Blatt Papier, das er ebenfalls eigenhändig geschrieben hatte. Dieses Papier und eine von Pascal angefertigte Reinschrift sind bis heute erhalten. Es ist die Aufzeichnung, die Pascal unmittelbar nach der Erfahrung, die ihm so wichtig war, angefertigt hatte. Dieses Schriftstück eingenäht in seine Kleider sollte Pascal an jene Stunde erinnern, die für ihn von höchster, ja entscheidender Wichtigkeit gewesen ist. Dieses Dokument heisst deswegen auch: Memorial, ist also ein Erinnerungsstück, ein Erinnerungsdokument.

 
 

Pascal schreibt darin:

JAHR DER GNADE 1654

 
 
 

..........
Seit ungefähr abends zehneinhalb bis ungefähr eine halbe Stunde nach Mitternacht
                                                                                                            FEUER

"Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs", nicht der Philosophen und Gelehrten.

Gewissheit, Gewissheit, Empfinden: Freude, Friede.
Gott Jesu Christi

Deum meum et Deum vestrum.
"Dein Gott wird mein Gott sein" - Ruth-

Vergessen von der Welt und von allem, ausser Gott.
Nur auf den Wegen, die das Evangelium lehrt, ist er zu finden.

Grösse der menschlichen Seele
"Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich".
Freude, Freude, Freude und Tränen der Freude.
Ich habe mich von ihm getrennt.
Dereliquerunt me fontem aquae vivae.

"Mein Gott, warum hast du mich verlassen."
Möge ich nicht auf ewig von ihm geschieden sein.
"Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen."

  Jesus Christus!
  Jesus Christus!

Ich habe mich von ihm getrennt, ich bin vor ihm geflohen, habe mich losgesagt von ihm, ihn gekreuzigt.
Möge ich nie von ihm geschieden sein.

Nur auf den Wegen, die das Evangelium lehrt, kann man ihn bewahren.

Vollkommene und liebevolle Entsagung.
usw.

Vollkommene und liebevolle Unterwerfung unter Jesus Christus  und meinen geistlichen Führer.

Ewige Freude für einen Tag geistiger Übung auf Erden.

Non obliviscar sermones tuos.
Amen

 


Wer kein Herz aus Stein in sich trägt spürt hier unweigerlich ein grossartiges inneres Erlebnis, das Pascal zur Freundschaft mit Jesus Christus geführt hat. Wer der katholischen Kirche angehört, pflegt diese Freundschaft mit Jesus Christus. Doch eine Freundschaft kann nicht bloss ein Lippenbekenntnis bleiben, steril, isoliert und für sich allein. Die Freundschaft mit Christus ruft nach der Freundschaft mit den Menschen.


3. Kirche: Gemeinschaft der Gläubigen
Schon als Mensch ist niemand eine Insel, noch viel weniger können wir als Christen und Christinnen ein Inseldasein führen. Neben der persönlichen Erfahrung, wie sie etwa Pascal gemacht hat, entfacht sich der Glaube im gemeinsamen Feiern und Bekennen. Mag auch die Kirche noch so unvollendet sein, ihre Strukturen alt und morsch erscheinen, das Wesentliche liegt an einem anderen Ort: Es ist der Ort, wo diese Gemeinschaft jedem Einzelnen und allen zusammen den Austausch mit dem lebendigen Gott ermöglicht. Dieser Austausch verwirklicht sich auf unterschiedlichen Ebenen unseres Lebens. Da ist einmal das persönliche Gebet, die Kirche lädt uns ein, dieses täglich zu pflegen, dazu kann auch die persönliche Lektüre der heiligen Schrift gehören. Zu diesem Austausch gehört auch das gemeinschaftliche Erleben der liebenden Gegenwart Gottes in den Herzen von uns Menschen. Wir pflegen diese Erfahrung in unseren Gottesdiensten, in der Messfeier, im Empfang der übrigen Sakramente und im gemeinsamen Feiern des Wortes Gottes, seien dies Wortgottesdienste, Vespern oder Andachten. Ein weiterer Ort dieses geheimnisvollen Austausches findet sich da, wo meine Nächstenliebe konkret wird. Ich merke, dass Andere auf meine Hilfe angewiesen sind, ich gebe und schenke absichtslos aus Güte und Liebe und empfange selber mehr als ich mir erdenken konnte.
‚Deus caritas est - Gott ist die Liebe', mit dieser Botschaft hat Papst Benedikt der XVI sein Pontifikat eröffnet. Er wollte unserer heutigen Welt damit sagen, dass Gott dort ist wo Liebe und Güte gelebt werden. Sich allein lieben ist ein Widerspruch in sich. Liebe will sich weiterschenken, verteilen und so ist die Kirche die Gemeinschaft jener Menschen die (leider oft nur unbewusst) wissen, dass diese Liebe zu Gott und zu den Menschen ihnen Halt, Sinn und Geborgenheit schenkt. So glaubt denn die katholische Kirche, dass sie nicht bloss eine weltliche Struktur ist, sondern dass sie selbst als lebendige Gemeinschaft Empfangsbecken oder Ansprechpartnerin für Gottes Wirken uns Menschen gegenüber ist.  Trotz aller Wunden, Unvollkommenheiten, trotz aller Fehlerhaftigkeit gerade auch ihrer Mitarbeiter/innen sollen wir die Kirche lieben. Und vielleicht können wir sie ja gerade deswegen lieben, weil dann auch ich in dieser Gemeinschaft der Unvollkommenen einen Platz habe. Doch auch diese Unvollkommenen begnügen sich nicht damit,  sondern sie streben nach mehr: Nach der befreienden, heilenden, korrigierenden und beglückenden Begegnung mit ihrem Herrn, Jesus Christus.
So bleibt niemand eine Insel, sondern ist hinein genommen mit allen andern, die mit ihm oder mit ihr glauben, in die eine Gemeinschaft mit Jesus Christus, die in der Gemeinschaft der Gläubigen konkret spür- und sichtbar wird. Wenn Sie nicht länger allein bleiben wollen mit Ihrer Sehnsucht nach ‚Mehr', wenn Sie Ihre Freundschaft mit Christus anderen mitteilen wollen und wenn Sie spüren, dass eine umfassende katholische Gemeinschaft Sie darin bestärkt, dann wird es Zeit, sich mit einer Aufnahme in die katholische Kirche auseinander zu setzen.

4. Konkrete Schritte
Erste Phase:

  • Bitten Sie in Ihrem täglichen Suchen und Beten darum, dass Gottes Geist Sie führe und lenke.

  • Bitten Sie Gott um einen offenen Blick für Mängel und Lücken in Ihrem Leben. Fliehen Sie nicht vor der beängstigenden Leere, die in Ihnen entstehen wird.

  • Freuen Sie sich darüber, dass eine innere Unruhe über Sie kommt und danken Sie Gott für diese Erfahrung. Bitten Sie Gott, Ihre Ängste und Unsicherheiten mit seiner Gegenwart zu vertreiben.

  • Stellen Sie sich vor, wie es ist, wenn Sie Freund oder Freundin von Jesus sind und Gemeinschaft halten mit jenen, die es zusammen mit Ihnen sind.



Zweite Phase:

  • Suchen sie das Gespräch mit Ihrem Seelsorger / Seelsorgerin oder einer Vertrauensperson, von der Sie wissen, dass sie oder er auf diesem inneren Weg Sie begleiten kann.

  • Wenn Sie ernsthaft die Absicht in sich tragen in die römisch katholische Kirche aufgenommen zu werden, sprechen Sie darüber mit dem/der für Sie verantwortlichen Seelsorger/Seelsorgerin. Falls Sie dies wünschen, können Sie sich auch hier an unserem Wallfahrtsort (siehe Kontakte) melden.

  • Mit Ihrem Seelsorger / Ihrer Seelsorgerin besprechen Sie das konkrete weitere Vorgehen.



Dritte Phase:

  • Diese Stufe wird auch Katechumenat genannt, was soviel wie Bewerbungsphase bedeutet. Hier sollten Sie folgende grundlegende Wirklichkeiten unseres Glaubens kennen lernen:


      
* Die Vertiefung Ihrer persönlichen Gottes- und Christusbeziehung
      
*  Das Kennenlernen der wichtigsten Inhalte unseres Glaubens
      
* Die Liebe zur Kirche und Gemeinschaft der Heiligen
     
* Das Kennenlernen der Strukturen unserer Kirche und der Formen unserer liturgischen Feiern
      
* Die grundlegende Rolle sich selbst verschenkender Nächstenliebe

  • Die liturgische Feier Ihrer Aufnahme in die Gemeinschaft der Kirche und ev. Ihre Taufe (wenn Sie noch nicht getauft sind).


 
 


"Herr, gib mir
ein Herz, das an dich denkt,
eine Seele, die dich liebt,
einen Geist, der dich bewundert,
einen Verstand, der dich begreift,
eine Vernunft, die sich nach dir richtet
und eine Weisheit der Liebe, die weise liebt.

Du bist das Leben, für das ich lebe,
ohne dich sterbe ich.
Du bist das Leben, durch das ich aufgerichtet wurde,
ohne dich bin ich verloren.
Du bist das Leben, das mir Freude schenkt,
ohne dich leide ich.
Lebendiges Sein,
seliges und liebenswertes, unvergängliches Leben,
bitte sag mir, wo kann ich dich finden?
Damit ich mir selber sterbe und für dich lebe,
sei mir nahe in der Seele, im Herzen und auf meinen Lippen.
Hilf mir, denn ich bin krank vor lauter Liebe,
ohne dich kann ich nicht leben.
Allein der Gedanke an dich richtet mich auf."

 
                                                                             

Aurelius Augustinus


 
 
 
 
 
 
 

Pfr. Dr. Agnell Rickenmann

 
 
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